Die Bildung der Herrschaft und die Herrschaft der Bildung

Bildung der HerrschaftJörn W. Mundt: Die Bildung der Herrschaft und die Herrschaft der Bildung. Über das Bildungswesen in Deutschland. Frankfurt am Main/New York: Campus Verlag 1987; 347 Seiten, brosch.; ISBN 3-593-33787-8
(vergriffen)

Dieses Buch bietet den ersten zusammenfassenden Überblick über die Geschichte des allgemeinen und des berufsbildenden Bildungs- sowie des Hochschulwesens in Deutschland. Weil aber jede ernsthafte Bildungssoziologie das Phänomen sozialer Ungleichheit berücksichtigen muß, greift dieses Buch über eine reine Institutionengeschichte hinaus. Der Autor beschäftigt sich mit den sozialen Folgen formaler Bildungsprozesse, fragt nach den Konzepten bei der sozialen Konstruktion des Bildungswesens, in denen diese Folgen immer schon mitgedacht werden. Die gesellschaftlichen Prozesse, die die soziale Ungleichheit reproduzieren und absichern, sind immer wieder Thema. Inwiefern und ob gesellschaftlicher Fortschritt trotz aller Restriktionen und Rückschläge möglich ist, zeigt ein ‚Rückblick auf die Zukunft‘.

„Der Band ist gut lesbar, phantasievoll geschrieben, auch für Nichtfachleute ohne weiteres zugänglich. Er gibt einen breiten Überblick über die verschiedenen Bildungssektoren und über bildungspolitische Programmatiken, ebenso einen Einblick in die bildungssoziologische Forschung der letzten beiden Jahrzehnte. Konsistent im Aufbau der Argumentation zieht der Autor ,Ideallinien‘ durch die Geschichte, verbindet hermeneutisch-,sinnstiftend‘ alte und neue Debatten und Konflikte.“
POLITISCHE VIERTELJAHRESSCHRIFT (PVS)

„Mundt gelingt … eine aufschlußreiche und diskussionsanregende Arbeit. Die durchaus ansprechende Mischung aus historischem Bericht, provokanter Diskussion und systematischer Analyse beleuchtet exemplarisch und treffsicher die vorgenommene Thematik.“
SOZIOLOGISCHE REVUE

„Das Buch gehört zu einer Gattung sozialwissenschaftlicher Literatur, der es nicht so sehr um die sichtbaren Erscheinungen und Wirkungen gesellschaftlicher Gebilde geht, sondern um jene praktisch geheimen gesellschaftlichen Funktionen, die sich sozusagen zwar vor unseren Augen, aber dennoch hinter unserem Rücken vollziehen.“
SPEKTRUM DER WISSENSCHAFT

„Empfehlen kann ich das Buch all denen, die einen gedrängten sachkundigen Überblick über die Entwicklung der gegenwärtigen Situation des öffentlichen Bildungswesen in der Bundesrepublik suchen.“
DAS ARGUMENT

„Von Methode und Theorie her läßt sich Mundts Untersuchung neben die Arbeiten von Heydorn, Bourdieu, Titze, Roeder/Leschinsky stellen.“
RECENSIO

„Mundts Studie, die sich in weiten Zügen wie eine Auseinandersetzung mit der bildungspolitischen Reformprogrammatik der sozial-liberalen Koalition liest …, rückt den Erwartungshorizont, über Bildungspolitik Gesellschaftsreform betreiben zu können, gründlich zurecht: wirklich strukturelle Optionen habe die Bildungspolitik aufgrund ihrer widersprüchlichen Funktionen und ihrer vielfältigen Verflochtenheit mit den ebenso widersprüchlichen Interessen praktisch aller Bevölkerungsgruppen eigentlich nicht. … Der sperrige Anspruch, die umfassende und ambitionierte Darstellung wie auch der ansprechende Stil machen diese Studie sympathisch und lesenswert.“
NEUE POLITISCHE LITERATUR